Die Vollversammlung informiert sich über Pilotlager und Bautechnik

Stadel, 11.3.2026. Am Dienstagabend, 10. März, fand in der Stadthalle Bülach die siebenundzwanzigste Vollversammlung der 3. Etappe des Sachplanverfahrens geologische Tiefenlager der Regionalkonferenz Nördlich Lägern statt. Es nahmen knapp hundert Mitglieder teil. Hauptthema waren Informationen zum Pilotlager und zu den Unterschieden zwischen dem deutschen Sonderfall Asse und dem Schweizer Tiefenlagerprojekt „Terradura“.

Meinert Rahn, Leiter Sektion Geologie ENSI stellte die gesetzlichen Grundlager für das Pilotlager vor. Zusammen mit den Testbereichen und der Umgebungsüberwachung wird es Teil des Monitorings, also der Überwachung des Tiefenlagers sein und räumlich getrennt vom Hauptlager angeordnet werden. In diesem Pilotlager werden dann auch erstmals radioaktive Abfälle eingelagert. Über mehrere Jahrzehnte sollen dann verschiedene Parameter wie Temperaturverteilung, Wassersättigung, Druckverhältnisse und felsmechanisches Verhalten gemessen werden.

Maurus Alig, Nagra, ergänzte, dass bei der hohen Stabilität des Opalinuston nicht zu erwarten sei, dass sich im vorgesehenen Zeithorizont der Pilotphase grosse Veränderungen zu beobachten sein werden, die dem Sicherheitsnachweis für einen endgültigen Verschluss des Lagers im Wege stehen.

Im Anschluss daran informierten Thomas Lautsch und Severin Wälchli über die Besonderheiten beim Bau von Terradura – dem Tiefenlager in Nördlich Lägern – im Vergleich mit dem Versuchslager Asse bei Wolfenbüttel, Deutschland. Dort wurden in einem ehemaligen Salzbergwerk zwischen 1967 und 1978 ca. 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Abfall eingelagert. Da sich das Gestein als instabil erwies und Wasser einbrach, besteht die Gefahr, dass die eingelagerten Fässer korrodieren; sie müssen rückgeholt werden. Das Tiefenlager Terradura hingegen ist kein Entnahmebergwerk, sondern ein Einlagerungsbauwerk, bei dem die Abfälle in den Opalinuston eingebracht werden. Dies garantiert die geforderte Langzeitsicherheit, weil das Gestein wasserundurchlässig ist und sich die Tunnel und Stollen nach Einlagerung und Verfüllung nur noch minimal verformen werden. Eine Lehre aus der Asse sei jedoch, dass bei einem Konzept eines Tiefenlagers auch immer an eine mögliche Rückholung gedacht werden muss.

Die nächste Vollversammlung findet am Samstag des 20. Juni 2026 in der Stadthalle Bülach statt.